Flexibilisierung Bottom-Up! Bei RWE und innogy gestalten die Mitarbeiter die Zukunft der Arbeit.

Vivian Dudek, René Klaes und Małgorzata Reis meinen „Empowerment“ ernst – und haben bei RWE und innogy eine Flexibilisierungs-Software eingeführt, die von den Mitarbeitern selber gesteuert wird.

Laut dem aktuellen Hays HR Report ist die „Flexibilisierung von Arbeitsstrukturen“ das HR-Top-Thema 2017. Es betrifft jedes Unternehmen – und stellt doch viele vor enorme Herausforderungen.

Mit RWE und innogy zeigen nun zwei der ganz Großen in Deutschland, wie Flexibilisierung in einer modernen Arbeitswelt aussehen kann – und schlagen dabei bewusst einen anderen Weg als die Anordnung „von oben“ ein. Als einer der ersten namhaften Konzerne haben sie die interne Tandemploy Software flex:workz (bei ihnen „WorkNet“ getauft) eingeführt, um die Firma von innen heraus – mit der Initiative der eigenen Mitarbeiter – zu flexibilisieren. Ab sofort kann dort jeder RWE und innogy Mitarbeiter im geschlossenen, auf Wunsch auch anonymen Raum auf eigene Faust Sparringspartner für flexible Arbeitsmodelle finden: für ein Jobsharing, eine Jobrotation oder auch für ein Projekt. Es ist das weltweit erste Flexibilisierungs-Tool, das von den Mitarbeitern selber – und nicht von HR oder den Führungskräften getrieben wird.

Damit sind sie absolute Vorreiter in einer Arbeitswelt, die sich noch viel zu langsam bewegt und den Begriff „Empowerment“ zwar oft in den Mund nimmt, aber viel zu selten tatsächlich in die Tat umsetzt. Wir haben mit dem Projektteam gesprochen, das die Einführung der Software bei RWE und innogy intern initiiert und vorangetrieben hat: Małgorzata Reis, Vivian Dudek und René Klaes arbeiten bei der innogy-Tochter iSwitch GmbH und sind überzeugt, dass sie genau die richtige Initiative angestoßen haben, um mit dem Wandel der Arbeitswelt tatsächlich heute zu beginnen.

Konzerne werden oft mit großen Tankern verglichen, die sich nur sehr schwer modernisieren, geschweige denn flexibilisieren lassen. Woher kam bei euch die Motivation, genau dieses Vorurteil zu widerlegen und zu zeigen, dass es auch anders geht?
Ja, wir werden oft als ein Riesentanker wahrgenommen. Leider wird dabei oft übersehen, dass wir uns mittlerweile als Organisation signifikant geändert und weiterentwickelt haben. Und dass sowohl innogy als auch RWE mittlerweile unzählige kleine Schnellboote an den Start gebracht haben, die von engagierten und hochmotivierten Menschen Richtung Veränderung und Kunde gesteuert werden. Wir sind so ein Schnellboot. Wir haben die Wünsche unserer Mitarbeiter und damit der internen Kunden wahrgenommen und eine Lösung entwickelt, die hilft, diese Wünsche zu erfüllen.

Ihr habt euch dafür entschieden, das Thema „Flexibilisierung“ gemeinsam mit den Mitarbeitern von innogy & RWE anzugehen, diese zu Gestaltern zu machen und den Konzern so quasi von innen heraus zu flexibilisieren. Im HR-Sprech nennt man das „Empowerment“ oder auch „Bottom-Up Ansatz“ – ihr tut es nun tatsächlich. Wie fühlt sich das an – und warum glaubt ihr, dass dieser Weg der richtige ist?
Wir empfangen viele sehr positive Signale und das fühlt sich sehr gut an! Und Empowerment ist genau das, was wir mit WorkNet (Anmerkung: so haben RWE und innogy ihre eigene flex:workz Version getauft) bezwecken. Alle Mitarbeiter, die ihren Job flexibel ihrem Leben anpassen möchten, bekommen die Möglichkeit, selbständig nach einer passenden Lösung zu suchen. So kann jeder versuchen, das passende Modell für sich zu finden. Gestalten und Verantwortung zu übernehmen, dass passt zu uns und dafür ist der Bottom-Up-Ansatz genau der richtige Weg.

Die Mitarbeiter von innogy & RWE können ab sofort in einem geschlossenen, cloudbasierten Raum selbstständig flexible Arbeitsmodelle organisieren. Ganz konkret sind das bei euch zunächst einmal Projekte, Jobsharing-Modelle und Job Rotation. Worum geht es euch hier genau – und weshalb möchtet ihr das Zustandekommen solcher Teams und Modelle aktiv unterstützen?
Generell sind dies Arbeitszeitmodelle, die es Mitarbeitern erlauben, flexibler zu arbeiten. Einerseits können dank Jobsharing alle Mitarbeiter, die bedingt durch ihre private Situation im Job kürzer treten müssen oder wollen, dies auch tun. Andererseits bekommen Mitarbeiter, die gern mehr als ihren regulären Job machen möchten, die Chance, mit Hilfe einer Jobrotation andere Bereiche kennenzulernen oder sich konzernweit in Projekte einzubringen, für die ihr Herz schlägt. Gleichzeitig finden Projektleiter schnell und unkompliziert motivierte Unterstützer. Alles in allem für jeden das, was er braucht, oder getreu dem WorkNet-Motto: Wer suchet, der findet! Warum wir dies unterstützen? Weil wir daran glauben, dass das wertvollste Asset eines Unternehmens seine Mitarbeiter sind. Je zufriedener und motivierter die Mitarbeiter, desto größer der Erfolg des Unternehmens. WorkNet kann dabei durch seine einmalige Transparenz und Unkompliziertheit einer der wichtigen Schlüssel zu diesem Erfolg sein. 

An welche interne Zielgruppen wendet ihr euch damit vor allem?
WorkNet richtet sich vor allem an diverse Zielgruppen: Mitarbeiter, die sich für eine Jobrotation interessieren, können da Gleichgesinnte finden mit dem gleichen Ziel. Mitarbeiter, die gerne im Jobsharing -Modell arbeiten würden und sich damit die Verantwortung für eine Stelle mit einem anderen Kollegen teilen, können da einen Tandempartner finden. Die Mitarbeiter in Elternzeit profitieren von WorkNet, indem sie nah dran bleiben und sich einen Überblick über inhaltlich attraktive Jobsharing-Stellen verschaffen. Darüber hinaus hilft WorkNet projektinteressierten Mitarbeitern, das für sie richtige Projekt zu finden, und den Projektleitern, die Unterstützung für ihr Projekt suchen, die passenden Mitstreiter.

Jeder Mitarbeiter kann das Tool auf Wunsch auch anonym nutzen – warum war euch das so wichtig?
Zunächst ist eine solche Plattform erst einmal Neuland für jeden von uns und daher ist es selbstverständlich, dass die meisten anfangs Berührungsängste haben. Zumal man selbst ungern bestimmte Informationen über sich selbst bzw. seinen Job preisgeben möchte. Daher wollen wir diese Hürde mit einer gewissen Anonymität umgehen und mit WorkNet eine Hilfestellung geben, flexibler und offener zu werden. Wer im Nachhinein sein Profil völlig offen und transparent gestalten will, kann das jederzeit tun.

Wie habt ihr selber als Projektteam zusammengefunden? Und geht es euch auch darum, dass genau solche Innovations-Keimzellen wie eure zukünftig viel häufiger zusammenfinden?
Eins können wir auf jeden Fall sagen: Mit WorkNet hätten wir wahrscheinlich auf einem einfacheren Weg zueinander gefunden! Nämlich indem wir unsere Idee auf der Plattform inseriert und so nach Unterstützern gesucht und sie auch gefunden hätten. So ist es ziemlich klassisch vonstattengegangen: das Projektteam hat sich aus Freiwilligen unserer Abteilung gebildet – und das neben unserem Tages- bzw. weiteren Projektgeschäft wohlgemerkt! Dazu braucht man schon Engagement und Durchhaltevermögen. Von dieser Sorte haben wir mehr in unserem Konzern. Und klar möchten wir allen dabei helfen, alle anderen Ideentreiber und Innovatoren zusammenzubringen!

Nun sind eure Kolleginnen und Kollegen gefragt, die Arbeitswelt aktiv mitzugestalten. Wenn ihr einen Wunsch an sie äußern könntet, welcher wäre das?
Seid offen für flexibles Arbeiten und traut euch, WorkNet auszuprobieren! Dies ist unser aller gemeinsamer Raum, um die Zukunft der Arbeit aktiv mitzugestalten. Wenn wir uns darauf einlassen, kann es funktionieren. Wir sind immer für euch, eure Fragen und Anregungen da. Bitte gebt uns Feedback, damit wir die Plattform im Sinne einer kontinuierlichen Verbesserung weiterentwickeln und noch kundenorientierter gestalten können.

Herzlichen Dank für eure Initiative und euren Pioniergeist! Wir hoffen auf viele mutige und fleißige Nachahmer :-)!

Mehr Infos zu unserer internen Software flex:workz gibt es hier.

1 Kommentare

  1. Andrea Dorsch-Kellermann

    Ich finde es großartig, dass innogy nun auch die Möglichkeit anbietet und fördert, einen Job zweizuteilen ! Besonders freut mich, dass die Initiative aus dem Mitarbeiterkreis selbst geboren und entwickelt wurde. Das ist der richtige Weg !

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