Praktikum im Doppelpack! Aus der Uni ins Jobsharing.

Patrick und Jakob sind als Tandem kreativer. Und haben mehr Spaß!

Jakob Schmalöer und Patrick Stadlmayr sind wahrscheinlich das erste Praktikanten-Tandem Deutschlands – oder sogar weltweit?! Warum sie sich im Doppelpack bei Tandemploy beworben haben und wie ihr Jobsharing-Alltag nun aussieht, haben uns die beiden im Interview erzählt.

Wie seid ihr auf Tandemploy aufmerksam geworden?
Patrick: Vor eineinhalb Jahren haben sich Anna und Jana bereit erklärt, im Rahmen einer Veranstaltung unseres Studiengangs, den Bayreuther Dialogen, einen Workshop für Studenten an der Uni Bayreuth zu halten. Als studentische Initiative war unser Budget natürlich etwas begrenzt und so waren die beiden damit einverstanden sich in Studentenbuden einzuquartieren.
Jakob: Genau. Ich habe mein Zimmer zur Verfügung gestellt und so haben wir uns dann kennengelernt. Später trafen wir uns dann nochmal beim Workshop. Patrick und ich waren sofort begeistert von der Idee und so beschlossen wir uns einige Zeit später während eines Skype Gesprächs – wir waren beide noch im Auslandssemester – ganz spontan dazu, uns als Praktikanten-Tandem zu bewerben.

Was findet ihr an dem Modell Jobsharing spannend?
Patrick: Ich glaube, dass das Jobsharing gerade für Berufseinsteiger und Absolventen viele Vorteile bietet. Es ist sehr angenehm, immer jemanden an seiner Seite zu wissen, der sich in der gleichen Situation befindet. So können wir uns über unsere Erfahrungen und Erlebnisse austauschen und Feedback geben. Außerdem profitieren wir von unseren unterschiedlichen Interessen. Auf die Art lernen wir auch viel voneinander.
Jakob: Für mich ist es gerade der intensive Austausch, der mich weiterbringt. Als Neuling passiert es oft, dass man mal nicht weiter weiß oder unsicher ist, wie man eine konkrete Aufgabe am besten löst. Im Tandem ist man oft kreativer und findet so schneller eine passende Lösung.

Wie habt ihr euch als Team gefunden?
Jakob: Wir haben uns an der Uni kennengelernt und spielen dort in der selben Hobby-Fußballmannschaft. Unser Teamwork hat sich dann vom Fußball-Platz auch auf gemeinsames Lernen in der Klausurvorbereitung erweitert. So waren wir uns sicher, dass wir gut zusammenarbeiten können.
Patrick (lacht): Wir haben zwar schnell gemerkt, dass wir unterschiedliche Lerntypen sind, haben das aber immer als Vorteil betrachtet und genutzt. 

Warum funktioniert ihr als Tandem gut?
Patrick: Wir sind beide offen und ehrlich miteinander, können also ganz klar unsere Wünsche und Erwartungen formulieren. Bei der Arbeit haben wir dazu auch noch den selben Rhythmus. Deshalb hat sich unser Arbeitsalltag relativ fix „eingegroovt“. Wir verlieren kaum Zeit für Abstimmungen oder Ähnliches. Vielmehr nutzen wir die Zeit, die wir gemeinsam arbeiten für inhaltlichen Austausch oder kreative Prozesse.
Jakob: Stimmt, es gibt immer einen Wechsel von Phasen, in denen jeder für sich seinen Aufgaben nachkommt, und gemeinsamen Gesprächen, in denen wir uns beispielsweise von neuen Ideen erzählen.
Patrick: Wenn einer von uns beim Mittagessen über einem Teller Reiscurry eine gute Idee hat, wird das natürlich auch umgehend geteilt (beide grinsen vielsagend).

Jobsharing im Praktikum? Macht das überhaupt Sinn?
Jakob: Auf jeden Fall! Als Praktikant in einem jungen Startup ist man nicht streng einem festen Bereich zugeordnet. Vielmehr schaut man überall mal rein und findet dann mit der Zeit heraus, was einem gefällt, Spaß bereitet und wo die eigenen Stärken liegen. Für uns ist es ganz wichtig, viele unterschiedliche Eindrücke zu bekommen und dabei zu lernen. Im Tandem haben wir noch mehr Freiheit, gerade weil wir unterschiedliche Stärken und Interessen haben. So halten wir uns gegenseitig den Rücken frei.

Auf der offiziellen Facebook-Seite von Tandemploy werdet ihr als das erste Praktikanten-Tandem weltweit vorgestellt. Wie kam es dazu?
Patrick: Ja mei, das war eine kleine Gaudi der Marketing-Abteilung (zwinkert). Trotzdem haben wir gemerkt, dass das für viele Leute eine ungewöhnliche Sache ist. Auch im eigenen Bekanntenkreis mussten wir erstmal erklären, wie man sich so ein Praktikanten-Tandem vorstellen kann.
Jakob: Ein kleines Schmankerl hier und da ist natürlich mal dabei. Bei der Arbeit im Tandem wird generell auch viel gelacht!

Welche Tipps könnt ihr Berufseinsteigern auf den Weg geben?
Jakob: Man sollte sich genau überlegen, wie man in seinem Leben arbeiten will, was einem wichtig ist und was vielleicht eher keine Rolle spielt. Niemand zwingt dich, 60 Stunden die Woche zu arbeiten. Karriere bedeutet für uns nicht das dicke Einstiegsgehalt und ein Dienstwagen. Wir wollen noch genug Zeit haben um uns weiterzuentwickeln – persönlich und beruflich.
Patrick: Da kann ich nur zustimmen. Viele junge Leute denken, sie müssten von Anfang an Vollgas geben, die Unerfahrenheit führt dann oft dazu, dass kostbare Zeit und Energie teilweise sinnlos verheizt wird. Deshalb unser Rat erstmal langsam, das heißt im Tandem oder in Teilzeit, so 3 bis 4 Tage die Woche einzusteigen. Mehr geht ja schließlich immer – solange man Spaß hat!

Was sind Ziele, die ihr euch für euer weiteres Leben gesteckt habt?
Patrick: Wir wollen unser Studium abschließen und dann erstmal Berufserfahrung sammeln…
Jakob: Und wer weiß? Wenn es weiterhin gut läuft, bleiben wir vielleicht bei Tandemploy (lacht).

Patrick & Jakob, danke für das Gespräch – und schön, euch im Team zu haben! 

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