Wir haben die gleichen Werte und oft auch den gleichen Humor, was das Arbeiten unheimlich schön macht.“ – Jobsharing bei Gründerszene

Julia und Laura haben eigene Bereiche, aber die gleichen Werte

Julia Letetzki und Laura Lipka leiten als Tandem die Jobbörse bei Gründerszene. Im Interview erzählen sie, wie sie ihren Jobsharing-Alltag organisieren, von Gemeinsamkeiten und Unterschieden und warum sie sich für Jobsharing entschieden haben.

Julia und Laura, wie habt ihr euch als Team gefunden?
Julia: Wir arbeiten seit zwei Jahren in der Gründerszene Jobbörse als Kolleginnen zusammen und haben schon eine Menge zusammen erlebt! Dabei haben wir Ups gefeiert und Downs zusammen durchgestanden und uns immer gemeinsam über unsere Erfolge gefreut. Mit der Zeit sind wir nicht nur ein eingespieltes Team geworden, sondern auch enge Vertraute. Als dann vor einem halben Jahr die Stelle der Teamleitung frei wurde, war uns klar: Wir wollen die Teamleitung zusammen machen!
Laura: Genau, bevor wir uns die Head-Position geteilt haben, haben wir 1,5 Jahre zusammen im Sales-Team der Jobbörse gearbeitet. Julia kümmerte sich damals um unsere Neukunden und ich um die kompletten Bestandskunden. Wir hatten schon da eine tolle gemeinsame Zeit und meisterten alle Herausforderungen. Niemals waren wir Konkurrenten, sondern unterstützen uns gegenseitig und gingen den Weg gemeinsam. Als Heads haben sich unsere Aufgaben, Verantwortungen und Positionen geändert, aber unsere gute Zusammenarbeit ist geblieben.

In welcher Hinsicht tickt ihr ähnlich, wo unterscheidet ihr euch?
Laura: Wir legen wert auf dieselben Dinge: Ehrlichkeit, Vertrauen und Teamwork. Unsere Kommunikation funktioniert super, was ich als sehr wichtig hinsichtlich Teams erachte. Wir unterscheiden uns bei den Arbeitszeiten: ich bin ein Morgenmensch, dagegen ist Julia dann länger im Büro. Passt also perfekt – unsere Mitarbeiter haben stets einen Ansprechpartner.
Julia: Wir haben die gleichen Werte und oft auch den gleichen Humor, was das Arbeiten unheimlich schön macht. Wenn wir unterschiedlicher Meinung sind, klären wir das mit wenigen Worten sehr schnell.

Was war eure Motivation, im Jobsharing zu arbeiten? Und was sind für euch die Vorteile?
Julia: Als wir gesagt hatten, „Ja wir machen das“, wusste ich noch gar nicht, dass es inzwischen immer beliebter wird, auch bei Unternehmen, und es eine richtige Community gibt. Die Gründerszene Jobbörse ist uns beiden sehr ans Herz gewachsen. Als die Leitungsposition frei wurde, konnte sich keiner von uns eine externe Person vorstellen, die Leitung allein zu stemmen aber auch nicht. Daher war es für uns die perfekte Lösung und hat sich von Anfang an gut und richtig angefühlt!
Wir differenzieren unsere Bereiche immer weiter aus, was uns viel mehr Möglichkeiten und Kapazitäten schafft. Einige Entscheidungen treffen wir allein, andere gern gemeinsam. Ob im Urlaub oder krank, wir haben immer unser Backup. Und das Vertrauen ist 100% da.
Laura: Wir standen vor der Wahl, gemeinsam die Jobbörse zu leiten und diese Chance wollten wir uns nicht entgehen lassen. Jobsharing ist einfach großartig. Wir können uns hinsichtlich Meetings abwechseln, die Mitarbeiter haben stets einen Ansprechpartner, wir fokussieren uns auf verschiedene Bereiche und sind dadurch effizienter. Natürlich entscheiden wir gemeinsam, aber können uns gleichzeitig individuell in unseren Bereichen entwickeln. Hat einer von uns eine Idee, können wir diese zusammen durchspielen, weiterentwickeln oder fallen lassen. Nachteile konnte ich bis jetzt keine feststellen.

Jobsharing und Digitalwirtschaft – Was denkt ihr, wie Arbeitsmodelle in Zukunft aussehen?
Laura: Jobsharing bekommt immer mehr Gehör. Viele Unternehmen erkennen die Vorteile, trauen sich aber nicht diesen Schritt zu gehen, weil er die Struktur sprengt oder ggf. die hohen Personalkosten gesehen werden. Wir arbeiten im Recruiting und ich bin gespannt, wann wir die erste Stellenanzeige sehen, die den Titel Jobsharing beinhaltet. Ob Konzerne oder Startups, ich höre von immer mehr Jobsharing-Positionen.
Julia: Ich kenne die digitale Welt und bin in ihr zu Hause. Ich möchte die Benefits wie Flexibilität und auch den schnellen Austausch, sowie oft kurze Entscheidungswege nicht mehr missen. Ich hoffe, dass sich diese Arbeitsweise durchsetzen wird und auch nach und nach in großen Konzernen Einzug hält. Ich bin dadurch motivierter und Innovation ist generell wahrscheinlicher.

Ihr leitet als Tandem die Jobbörse bei Gründerszene. Wie teilt ihr Aufgaben und Zeit?
Julia: Laura leitet die Sales-Fraktion. Ich koordiniere die Marketing-Aktivitäten und Kooperationen und auch Dein-Lebenslauf gehört seit kurzem zu meinem Bereich. Es gibt täglich viele Berührungspunkte und im Recruiting oder bei der Planung arbeiten wir direkt zusammen. Wir nehmen uns täglich Zeit und besprechen die aktuellen Entwicklungen – ob beim Lunch-Spaziergang oder zwischendurch im Meetingraum.
Laura: Von Anfang an war klar, dass wir uns langfristig auf einzelne Bereiche fokussieren müssen, damit jeder sich auch individuell weiterentwickeln kann. Zumal wir auch Vollzeit bei der Gründerszene Jobbörse arbeiten. Julia war vorher im Sales, hat sich dann aber dem Bereich Marketing und Kooperationen angenommen, da sie dort schon mehr Einblicke hatte. Ich bin stark im Sales und sehe meinen Platz in diesem Bereich. Dazu kümmere ich mich um die Produktentwicklung.

Was sind die größten Vorteile, vielleicht aber auch Herausforderungen für eure Kollegen? Und wie reagieren Menschen, mit denen ihr arbeitet, auf euch als Tandem?
Julia: Ich bin froh, dass die Geschäftsführung uns diese Möglichkeit gegeben hat. Für die Firma ist das auch neu. Wir konnten uns nun ein halbes Jahr beweisen und bekommen gutes Feedback. Im Team funktioniert es sehr gut. Laura und ich spielen uns immer besser ein und wissen ziemlich gut, wer an welcher Stelle zuständig ist. Das muss man erstmal austarieren. Das kriegen wir gut hin. Der Vorteil ist, dass ich mich so ganz auf meine Aufgaben konzentrieren kann.
Laura: Unser Team ist klasse und hat diese Veränderung wunderbar aufgenommen. Wir haben uns mit jedem Mitarbeiter zusammengesetzt und Erwartungen ausgetauscht, sodass es gar nicht erst zu Missverständnissen kommen konnte. Als wir noch nicht unsere konkrete Aufteilung hatten, kamen unsere Mitarbeiter oftmals zu uns beiden und fragten oder beantragten Dinge, weil sie noch nicht genau wussten, wer nun wann der Ansprechpartner für sie sei. Es ist wichtig, dass die Struktur regelmäßig angesprochen und erklärt wird. Wenn wir auf Events interessante Leute treffen, kriegen wir stets positives Feedback auf uns als Tandem. Meist erzählen sie uns von Kollegen, die das auch machen und zählen die Vorteile auf.

Bitte vervollständigt diesen Satz: „Jobsharing bedeutet für mich…“
Laura: … 200% geben zu können!
Julia: … Erfolge gemeinsam zu feiern!

Vielen Dank für eure Zeit und das schöne Interview!

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