Engagement ist der neue Fleiß!

Das Konzept Jobsharing ist in seiner praktischen Umsetzung und Wirksamkeit immer noch viel zu wenig erforscht. Die Vorteile sind intuitiv und emotional nachvollziehbar – doch die handfesten Beweise und Zahlen hinken hinterher. Das möchte Tandemploy ändern – und erforscht im Rahmen unterschiedlichster Forschungskooperationen die Fallstricke, Vorteile, kulturellen Voraussetzungen uvm.

Eine aktuelle Zusammenarbeit mit der Zeppelin Universität in Friedrichshafen und der Universität Hamburg hat nun Erstaunliches zutage gebracht. Entdeckt wurden 3 verschiedene Grundtypen von Jobsharern, deren „Karrierebegriff“ mit dem alten Verständnis nicht mehr allzu viel gemein hat. Ganz klar wurde ersichtlich: Engagement ist der neue Fleiß!

Auf der Suche nach dem perfekten Match
Markus Kreysch aus dem Studiengang Corporate Management and Economics (CME) der Zeppelin Universität hat gemeinsam mit Prof. Dr. Rick Vogel der Uni Hamburg und Tandemploy die Motive von Jobsharern unter die Lupe genommen. Es wurde basierend auf einer Befragung von 300 Jobsharern und Jobsharing-Interessierten untersucht, welche Einstellungen und Eigenschaften Jobsharer an ihrem Tandempartner schätzen und welche nicht – und welche Faktoren bei der Partnerwahl eine Rolle spielen.

Die wichtigsten Forschungsergebnisse auf einen Blick: 

  • Es gibt 3 Typen von Jobsharern: Freiheitsliebende Pragmatiker, Leistungswillige Sinnsucher und Fortschrittliche Traditionelle 
  • Freiheitsliebende Pragmatiker suchen Selbstverwirklichung, Flexibilität und sehen Arbeit nicht als ihren einzigen Lebensmittelpunkt. Leistungswillige Sinnsucher suchen ebenfalls Selbstverwirklichung, haben aber auch den Anspruch, in ihrem Job zu begeistern und überdurchschnittliches Engagement zu zeigen. Für Fortschrittliche Traditionelle ist die Existenzsicherung besonders wichtig; sie haben ebenfalls den hohen Anspruch, mit ihrer Arbeit zu begeistern.
  • „Enthusiasmus“, „Engagement“ und „Motivation“ sind die zentralen Kriterien, wenn es um die Wahl des perfekten Tandempartners geht – hierauf legen Jobsharing-Interessierte bei ihrem Pendant am meisten Wert
  • Der Faktor „Fleiß“ hingegen fällt bei der Tandempartnerwahl weit zurück. Viel wichtiger ist Jobsharing-Interessierten, dass ihr Partner sich ebenso „reinhängt“ und engagiert wie sie – ohne dies aber an rein quantitativen Merkmalen wie den abgesessenen Stunden festzumachen.
  • Jobsharer suchen sich oft „kulturelle Doppelgänger“,  d.h. Personen, die die gleichen Grundwerte haben wie sie.

Der Karrierebegriff im Wandel! 
Die Forschungsergebnisse bestätigen und untermauern Vieles, was wir aus unserem Jobsharing-Alltag bereits kennen: Jobsharer sind in der Regel sehr selbstwirksame, selbstständig denkende und handelnde, auch freiheitsliebende Menschen, die aber gleichzeitig bereit sind, sich überdurchschnittlich stark zu engagieren. Dabei liegt der Fokus ganz klar auf den bestmöglichen Ergebnissen, nicht auf der reinen Arbeitszeit oder purer Präsenz. Besonders interessant ist zu sehen, wie sich der Karrierebegriff in diesem Zusammenhang umkehrt. Die meisten Befragten würden sich nicht als die typischen Karrieremenschen bezeichnen – sind aber dennoch genau die „Changemaker“ und Innovatoren, die Unternehmen heute brauchen, um einen Wandel einzuleiten. Bei der Wahl des Tandempartners sind eine gemeinsame Wertebasis und zueinander passende Ziele ein wesentliches Erfolgskriterium. Charaktere und Erfahrungen dürfen hingegen ruhig auseinandergehen – das macht die Zusammenarbeit sogar spannender!

Ausführlichere Informationen zu den Forschungsergebnissen und weitere spannende Artikel zum Thema Jobsharing gibt es in diesem Sammelband.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.