Unsere Arbeitswelt im Wandel

Unsere Arbeitswelt hat sich in vielerlei Hinsicht verändert. Die Anforderungen an die Beschäftigten sind komplexer geworden und erfordern vor allem eine hohe Flexibilität und Mobilität. Durch unzählige Kommunikationskanäle sind der Erreichbarkeit kaum noch Grenzen gesetzt und auf Veränderungen muss blitzschnell reagiert werden. Das beeinflusst nicht nur das Berufsleben, sondern auch das private Feld. Von Frauen und Männern wird eine permanente Balance zwischen beiden Bereichen verlangt. Vor allem die Familien müssen ihre ganz eigenen Zeitordnungen entwickeln, um Arbeit, Familie und Freizeit vereinen zu können und mit den ganz eigenen zeitlichen und räumlichen Logiken anderer Institutionen (wie Kitas und Schulen) oder Behördengänge zu koordinieren.

Es ist mittlerweile möglich, die eigene Persönlichkeit stärker denn je in den Arbeitsprozess einzubringen. Auf der anderen Seite wird von einem verlangt, sich immer stärker mit all seinen Ressourcen den ökonomischen Zielen zu unterwerfen. Eine strikte Trennung von Arbeit und Privatleben ist kaum noch möglich. Die Grenzen sind nicht mehr eindeutig erkennbar und oft gilt: Wer Karriere machen will, muss sich mit Haut und Haaren zur Verfügung stellen. Doch nicht alle sind mit diesem Weg einverstanden. Wer sich Zeit für die Familie, eigene Projekte oder ganz für sich allein wünscht, musst sich deshalb ganz bewusst eigene Grenzen setzen. Das hat nichts mit Selbstentfaltung zu tun, sondern die Sorge um sich selbst ist mittlerweile notwendig geworden, um die Arbeits- und Lebenskraft abzusichern. Es ist die Aufgabe der Unternehmen, offen gegenüber diesen Werten zu sein und auf diese Veränderungen einzugehen.

Doch nicht nur die Digitalisierung und Individualisierung sind ein Merkmal unserer Gesellschaft, auch der demografische Wandel wird immer präsenter, besonders wenn es um die Besetzung fachspezifischer Stellen geht. Potentiale, die bisher kaum genutzt wurden, müssen dafür stärker mobilisiert werden. Eine große Rolle spielen hier vor allem Frauen, ältere Fachkräfte und Internationals.

Unternehmen müssen auf neuen Wegen die Fachkräfte für sich gewinnen und individuell integrieren, wenn sie langfristig wettbewerbsfähig bleiben wollen. Jede  dieser Zielgruppen hat mit ihren unterschiedlichen Rahmenbedingungen andere Ansprüche an die Arbeitszeitgestaltung. Berufseinsteiger befinden sich in einer völlig anderen Lage als beispielsweise die 50Plus Generation. Es wird also immer wichtiger, die individuellen Lebensphasen der Mitarbeiter stärker zu berücksichtigen, denn die Arbeit sollte schließlich ins Leben passen – und nicht umgekehrt.

Wenn wir dem Wandel der Arbeitswelt nachhaltig begegnen wollen, müssen wir uns folgende Fragen stellen:

  • Wie wollen wir in Zukunft arbeiten?
  • Wie kann Arbeit aussehen, die ins Leben passt?
  • Wie können Unternehmen diese Art von Arbeit unterstützen – und was können die Einzelnen tun, damit sich Arbeit in eine lebensfreundlichere Richtung bewegt?
  • Wie können wir die Potentiale wirklicher aller nutzen, sprich: Wie schaffen wir es, dass die Arbeitswelt tatsächlich ein Spiegel unserer Gesellschaft wird?

Wichtig ist es, sich diese Fragen nicht nur zu stellen, sondern so schnell wie möglich mit konkreten Lösungsvorschlägen und deren Umsetzung anzufangen.

1 Kommentare

  1. Die technologische Fortschritt hat unheimlich viel gebracht, aber aus meiner Sicht auch sehr viel kaputt gemacht. Wenn ich nur daran denke was man alles von unterwegs mit dem Smartphone machen kann…Irgendwie läuft alles darauf hinaus, dass man vieles „nebenher“ macht und das Gefühl habe ich auch bei der Arbeit.

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