Gute Vereinbarkeit & mehr Zufriedenheit – Jobsharing bei acatech

Elena und Corinne wollen beide eine interessante Arbeit und Zeit für die Familie.

Corinne von Moreau und Elena Tsakmakis arbeiten bei acatech, der Deutschen Akademie der Technikwissenschaften. Dort besetzten sie die Projektassistenz Geschäftsstelle Innovationsdialog zwischen Bundesregierung, Wirtschaft und Wissenschaft als Tandem. Im Interview haben sie uns erzählt, wie sie ihren Jobsharing-Alltag organisieren, welche Vorteile die Arbeit als Tandem für sie und das Unternehmen hat und wie die Vereinbarkeit mit der Familie funktioniert.

Wie kam es dazu, dass ihr im Jobsharing arbeitet? Was war eure Motivation, weniger zu arbeiten?
Elena: Mein Mann und ich haben uns nach der Geburt unseres Sohnes für ein traditionelles Rollenmuster entscheiden: Er arbeitete Vollzeit, ich hatte Elternzeit. Nach eineinhalb Jahren wollte ich gerne wieder in das Berufsleben einsteigen, am liebsten 20 bis 25 Stunden die Woche, um genug Zeit für die Familie, aber auch für meine Hobbies zu haben.
Corinne: Nach einigen Jahren der Selbständigkeit habe ich eine Stelle gesucht, die einerseits inhaltlich interessant ist, mir aber auch Freiraum für meine Interessen und meine Familie gibt. Ich bin verheiratet, habe drei Kinder im Teenageralter und einen Hund.

Wie habt ihr euch als Team gefunden?
Corinne: Wir haben uns unabhängig voneinander auf diese Stelle beworben, die alternativ als Voll- oder Teilzeit ausgeschrieben war. Die Leitung des Innovationsdialogs hat sich für uns beide in Teilzeit entschieden und wir wurden vor vollendete Tatsachen gestellt. Glücklicherweise waren wir uns auf Anhieb sympathisch und sind guter Dinge in den Job gestartet.

In welcher Hinsicht tickt ihr ähnlich? Wo unterscheidet ihr euch?
Elena: Wir sind beide klassische Teamplayer und empfinden die Zusammenarbeit als Bereicherung. Es ist auch eine Entlastung, zu wissen, dass die Kollegin immer einspringen kann. Außerdem arbeiten wir beide gerne strukturiert und ordentlich und müssen unsere individuellen Leistungen nicht in den Vordergrund stellen. Corinne ist meiner Meinung nach geduldiger und diplomatischer als ich. Das unterscheidet uns.
Corinne: Dafür kann Elena besser unsere Interessen nach außen vertreten und sagt auch klar und deutlich, was Sache ist, wenn es darauf ankommt.

Teilt ihr eure Aufgaben nach Stärken auf? Wie organisiert ihr eure Woche?
Corinne: Wir arbeiten im täglichen Wechsel. Mittwochs überschneiden wir uns für etwa zwei Stunden und besprechen aktuelle Themen und sind auch beide im regelmäßigen Jour Fixe der Abteilung anwesend. Wir teilen uns das E-Mail-Postfach, den Schreibtisch, die Ablage und haben gemeinsame To-do Listen. Am Ende eines Arbeitstages schreiben wir uns eine kurze Übergabe per E-Mail. Im Notfall rufen wir uns auch mal an unseren freien Tagen an, aber das ist die Ausnahme und kommt nur alle paar Wochen vor.
Elena: Im Laufe der Zeit haben sich Präferenzen für bestimmte Aufgaben ergeben, je nach Verfügbarkeit und Vorkenntnissen. Corinne kümmert sich gerne um internationale Themen, während ich gerne mit unserem Projektmanagement-Tool arbeite. Aber bei Krankheit und Urlaub können wir uns zu 100 % vertreten.

Was sind die größten Vorteile, vielleicht aber auch Herausforderungen für eure Kollegen und Vorgesetzten?
Corinne: Die Vorteile überwiegen für mich: Wir können uns im Urlaub und bei Krankheit vertreten, die Aufgaben werden trotz Abwesenheit erledigt. Beim Brainstorming denken zwei Personen mit, das bedeutet mehr Ideen und unterschiedliche Herangehensweisen bei der Problemlösung.
Elena: Wir sehen die Arbeit im Tandem auch als eine Art Qualitätskontrolle, Fehler fallen so schneller auf. Mich macht die Tandem-Arbeit zufriedener, weil ich dadurch leistungsfähiger bin und mich wohler fühle, wenn ich Entscheidungen mit meiner Tandempartnerin besprechen und gemeinsam treffen kann. Für unsere Kollegen und unseren Vorgesetzten ist es manchmal herausfordernd, sich jeden Tag auf eine andere Person einzustellen. Und es gab auch schon mal Kommunikationsprobleme, aber nicht mehr als in anderen Teams auch.

Seht ihr Vorteile oder Unterschiede des Jobsharings im Vergleich zu klassischer Teilzeit?
Corinne: Durch das Jobsharing hat man mehr interessante Stellen zur Auswahl. Auch anspruchsvollere Tätigkeiten können von zwei Personen erledigt werden. Es ist immer ein Ansprechpartner verfügbar und man komplett in den Projektablauf eingebunden werden kann.

Bitte vervollständigt den folgenden Satz: „Jobsharing bedeutet für mich…“
Corinne: …einen interessanten Job zu haben und dennoch das Familienmanagement im Griff zu haben.
Elena: …die Freiheit, Job und Familie zufriedenstellend und (meist ;)) ohne Stress zu vereinbaren.

Vielen Dank für eure Zeit und den schönen Einblick in eure Arbeit als Tandem!

1 Kommentare

  1. Géraldine

    Ich finde, Ihr Arbeitsmodell sehr gut. Bei Beiersdorf haben wir auh damit angefangen. Ihre Aufteilung (zeitlich) + Organisation spiegelt auch meinen eigenen Erfahrungen mit sehr gut funktionierenden Job Sharing wider. Viel Erfolg weiterhin

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